Anfang des Jahres 1997 arbeiteten wir an der Renaturierung des Breikerbach Ponors in Hagen. Dieser Ponor war, wie sollte es auch anders sein, in den letzten Jahrzehnten mit Müll verfüllt worden. Die groben Massen waren noch im Herbst mit schwerem Gerät beseitigt worden. Die Feinarbeit wurde dann bei klirrender Kälte (bis -16°C) von Hand gemacht. Dabei wurden auch Teile eines Höhlensystems entdeckt. Weitere Arbeiten wurden vom hereinbrechenden Tauwetter zunächst einmal unterbrochen.
Nach Abschluss der Vermessungen in der Aggertalhöhle bei Engelskirchen wurde nun auch die Außenvermessung fertiggestellt. Dadurch erhielten wir interessante Informationen, die teilweise historische Angaben ad absurdum führen.
Einige unserer Mitglieder führten auch dieses Frühjahr wieder eine Exkursion nach Syrien durch. Es konnten, wie auch die Jahre zuvor, etliche neue Höhlen entdeckt und erforscht werden.
Am 14. März fand die alljährliche Hauptversammlung des AKKH in Ennepetal statt.
Bei den Wahlen gab es einige Änderungen im Vorstand.
Anfang April haben wir unseren zweiten Schaukasten vor der Kluterthöhle aufgestellt. Im Gegensatz zum ersten Kasten, der für die Belange des Schau- und Kurbetriebes zur Verfügung gestellt wurde, werden wir den neue Kasten vollständig für die Belange des Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. nutzten.
Am 17.4. wurde der Vertrag über die Erlenhöhle in Schwelm unterzeichnet. Die Höhle war bereits im letzten Sommer von uns gereinigt und mit einem stabileren Tor versehen worden. Die Forschungen können jetzt mit einer kompletten Neuvermessung beginnen.
Im Bergischen Land gelang uns die Entdeckung einer neuen Großhöhle. Es handelt sich um ein weitgehend großräumiges, labyrinthisches System. Die Altenberghöhle wurde mit einem massiven Tor verschlossen.
Über Pfingsten nahmen 5 Mitglieder des AKKH am diesjährigen Pfingstzeltlager teil. Zusammen mit Mitgliedern anderer Vereine wurden die Kalkgebiete rund um Warstein bearbeitet.
5 Mitglieder des AKKH nahmen an der diesjährigen Jahreshauptversammlung des VDHK in Garmisch-Partenkirchen teil.
Praktisch der ganze Mai und der halbe Juni waren nötig, um die Sicherung von Staplackhöhle, Wildschweinhöhle und Weingartenhöhle in einem ehemaligen Steinbruch bei Hagen abzuschließen. Der Abraum, mit dem der Steinbruch z.Zt. verfüllt wird, drohte die Höhlen zu verschütten. Damit die Objekte nicht für immer für Mensch und Tier verloren wären, wurden von uns umfangreiche Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Die Arbeiten fanden im Einvernehmen mit der ULB und dem Steinbruchbetreiber statt.
Mitte Juli fand die diesjährige Schneiber-Expedition statt. Auf Grund wiedrigster Witterungsverhältnisse mussten die Forschungen leider vorzeitig abgebrochen werden. Trotz der erschwerten Bedingungen und der verkürzten Zeit konnten aufschlussreiche Ergebnisse gesammelt werden.
Der neue Plan der Aggertalhöhle ist fertig. Der im Maßstab 1:200 gezeichnete Plan ist als verkleinerte Kopie an der Kasse der Aggertalhöhle erhältlich. Die aktuelle Ganglänge der Aggertalhöhle beträgt 1071m.
Im Wageloch konnte eine untere Etage entdeckt werden. Knapp über dem Niveau der Agger hat sich hier ein relativ junges Gangsystem gebildet, das nur bei niedrigem Wasserstand befahren werden kann. Ein weiterer, 70 Meter langer Teil des Wageloch-Systems konnte neu entdeckt und vermessen werden. Durch den nur knapp über dem Normal-Niveau der Agger liegenden Hauptgang fließt bei Hochwasser ein Teil des Aggerwassers in die Höhle und flutet die komplette untere Etage.
Durch die verschiedenen Entdeckungen stieg die Länge der Höhle von vormals ca. 45m auf 320m an.
Die Vermessungsarbeiten in der Erlenhöhle in Schwelm sind mittlerweile fast abgeschlossen. Dabei zeigte sich, dass die historischen Längenangaben stark übertrieben waren. Trotz etlicher Neuentdeckungen konnte die alte Länge noch nicht erreicht werden. Einige Fortsetzungsmöglichkeiten werden nächstes Jahr untersucht - nach Ablauf der Fledermausschonzeit.
Die in diesem Jahr neu entdeckte Altenberghöhle konnte unter Zuhilfenahme der genauen Vermessungsunterlagen mit der Neuen Aggertalhöhle verbunden werden. Die verbindende, etwa 4m lange Kluft hat stellenweise nur eine Breite von ca. 25cm.
Nach Abschluss eines Vertrages mit dem Geologischen Landesamt NRW, erhielt der AKKH die Genehmigung, in Wülfrath im größten Steinbruch Europas zu forschen. In einem lokal eng begrenzten Gebiet konnten bereits etliche kleinere Höhlen entdeckt werden. Die Forschungen dauern noch an.
Am 15.11.97 wurde der Betreuungsvertrag über die Wiehler Tropfsteinhöhle unterzeichnet. Damit übernimmt der Arbeitskreis Kluterthöhle offiziell die wissenschaftliche Betreuung der Schauhöhle. Die Arbeiten werden mit einer kompletten Neuvermessung beginnen.
Ende des Jahres '97 wurde der Zustieg zum Kirchfeldfall bei Gummersbach durch Einbringen eines massiven Fundaments dauerhaft gesichert.